Plothen. Es ist Freitagabend. Rund um den Plothener Hausteich mit 32 Hektar Wasserfläche größter Teich Thürigens, versammelten sich hunderte Menschen. Vom Hausteichhaus herüber erklang die Ode an das Land der tausend Teiche.
Der gesprochene Text, gekonnt musikalisch untermalt, verflog in dem nasskalten, windigen Abend. Dann wurde das 5. Plothener Hausteichfest mit einem spektakulären Höhenfeuerwerk am nächtlichen Himmel eröffnet. Bis spät in die Nacht hinein feierten die Jugendlichen aus der Umgebung anschließend im Festzelt zu den Klängen der Gruppe “
Madhouse”. Anziehungspunkt für die zahlreichen Festgäste am Samstag war unter anderem eine Ausstellung historischer Landtechnik, die von den Plothenern selbst gestaltet wurde. Erstaunlich welche Schätze und Raritäten da aus so manchen Schuppen hervor gekramt wurden. Natürlich waren auch die Freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Orte zum Hausteich gekommen um die besten unter ihnen im trationellen Gaudi- Wettbewerb zu Lande und zu Wasser zu ermitteln.Höhepunkt für viele Besucher war dann am Nachmittag ein großer Fischzug der Firma Milkau. Mit einem 80 Meter großem Schleppnetz wurden 60 Zentner Karpfen aus dem Hausteich gefischt. Mit großem Interesse standen die Schaulustigen am Ufer um das Spektakel aus nächster Nähe zu erleben. Dabei hatten die Fischer Mühe die eingeholten 60 Zentner beste Speisekarpfen mit großem Plastikkörben durch die Massen zu den Transportbehältern auf einen Traktor zu befördern. Natürlich wurden vor Ort auch Karpfen verkauft und wer dem Genuss nicht widerstehen konnte, hatte Gelegenheit sich an frisch geräucherten Forellen gütlich zu tun. Das abendliche stimmungsvolle Programm im fast gefüllten Festzelt leiteten der Männerchor und die Jagdhornbläsergruppe Plothen mit ihren gelungenen und hörenswerten Darbietungen ein. Für wahre Lachsalven im Publikum sorgte anschließend der hessische Bauchredner und Entertainer Robby Walthes mit seinen Puppen und Parodien.






Dann betraten die Trenkwalder, eine Spitzenband aus Tirol, die mittlerweile zur Elite deutschsprachiger volkstümlicher Musik zählt, die Bühenbretter. Bereits mit den ersten Takten ihrer gekonnt-poppig aufgemotzten Lieder mit einem volksmusikalischen Kern, bebte das Festzelt und der Funke sprang sofort zum begeisterten Publikum über. Insgesamt ein gelungener Abend zu dem man den Veranstaltern nur gratulieren kann.


Zum Abschlusstag des 5 Plothener Hausteichfestes hatte Petrus wieder einmal alle Himmelsschleußen voll geöffnet. Doch hatte er wohl nicht mit den pfiffigen Organisatoren und Helfern gerechnet, die den interessanten und vielseitigen Handwerkermarkt kurzerhand in das gemütliche Festzelt verlagerten. Hier konnten sich dann die nach Hunderten zählenden Festbesucher ein anschauliches Bild über historische und neuzeitliche Handwerkstechniken machen. Da konnte man beispielsweise das harmonische Zusammenspiel der Dreschflegel auf der Tenne erleben. Familie Oefner aus Plothen hatte ihr altehrwürdiges Butterfass vom Boden geholt und demonstrierte im ständigen Dialog mit den Interessenten wie zu Grossmutters Zeiten zu Hause gebuttert wurde. Der leckere Brotaufstrich wurde dann auch gleich an Ort und Stelle mittels hölzerner Buttermodeln portioniert und verkauft. Und wer nicht widerstehen konnte für den gab es zum Probieren noch leckere Butterstullen. Für das entsprechende Brot sorgte Volker Gnieschwitz aus Moßbach, der gleich nebenan die Kunst des Brotbackens vorführte und immer geduldig viele Fragen beantwortete. Einen festen gleichmäßigen Schafwollfaden spannen einige Frauen aus den umliegenden Orten auf ihren surrenden Spinnrädern. Und weil es in der Runde so lustig war hatten einige gleich noch ihr Strickzeug mitgebracht und zeigten auf welche Weise man die Wolle weiterverarbeiten kann. Viel Beifall erhielt Veit Böhm aus Morgenröthe- Rautenkranz der mit seiner Kettensäge aus einem Stück Baumstamm ein überdimensionales Eichhörnchen zauberte. Wie er verriet, ist dieser etwas artfremde Umgang mit der Kettensäge seid Jahren sein Hobby. Zahlreiche Händler waren, trotz des miserabelen  Wetters, mit ihren handwerklichen Erzeugnissen nach Plothen gekommen. Natürlich gab es auch am Sonntag wieder ein vielseitiges und buntes Unterhaltungsprogramm. So sorgten die Wäldler aus dem Sonneberger Land als junge Nachwuchskünstler für die nötige Stimmung. Für die  Festgäste, vor allem aber die jüngsten Besucher war, ob beim Stelzenlaufen, beim Schminken, Basteln oder Malen, bestens gesorgt. Und die gesamte kulinarische Versorgung? Keine Frage- die Plothener hatten auch das in bewährter Weise fest im Griff. Ein dickes Lob den Organisatoren und vielen Helfern! Ein ganzes Dorf sorgte wieder für den vollen Erfolg des Festes.

 

Impressionen: